Wissenschaftliches Institut
der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen GmbH

PAtients Competence in Oral Cancer Therapy (PACOCT) Studie

Patientenkompetenz in der oralen Krebstherapie

Hintergrund und Ziel
Die klassische Chemotherapie durch Infusionen erfährt seit geraumer Zeit einen Wandel. Diese Form der Verabreichung wird zunehmend durch orale Therapien ersetzt. Viele der antineoplastischen Wirkstoffe, die sich in der Entwicklung befinden werden aufgrund ihres Wirkmechanismus als oral einzunehmende Medikamente entwickelt. Auch werden diese Medikamente immer häufiger in früheren Therapielinien eingesetzt und bei anderen Behandlungsoptionen zugelassen. Diese Art der Medikamenteneinnahme stellt aber auch hohe Anforderung an die Therapiemanagementkompentenzen des Patienten und seines sozialen Umfelds sowie auch an die Therapieplanung und –steuerung der Behandler. In der PACOCT Studie geht es darum, wie Patienten die eine orale Therapie erhalten dahingehend unterstützt bzw. beraten werden können, um kompetent ihre Therapie bewältigen zu können. Möglich wird dies durch eine leitfadengestütze vertiefende Patientenberatung durch speziell instruiierte Pfelgekräfte und Medizinische Fachangestellte (MFA).
Ziel ist es die Anforderungen einer hochqualifizierten oralen Krebstherapie zu verdeutlichen und die Auswirkungen auf patientenrelevante Endpunkte wie medikations- und therapiespzifisches Wissen, Lebensqualität, Belastung durch Nebenwirkungen und seine Selbstwirksamkeitsüberzeugung zu messen. Darüber hinaus erhoffen wir durch diese Studie eine Aufwertung der oralen Therapie im ärztlichen Vergütungssystem argumentativ zu unterstützen.


Methodik

Unsere Studie gliedert sich in zwei Studienphasen:

Studienteil A:
Querschnittserhebung zur Versorgungssituation

Die Querschnittserhebung im Jahr 2013 hat bereits wichtige Daten zu Versorgungsrealität und Therapiemanagement zur oralen Therapie sowohl aus Patienten- als auch aus Arztperspektive geliefert. Dazu gehören ein sehr heterogenes Bild der Beratungssituation in den onkologischen Schwerpunktpraxen, z.B. hinsichtlich des Profils und der beratenden Fachkräfte, des Zeitaufwandes für die Beratung oder der Wiedereinbestellungsintervalle der Patienten. Die Patientenberatung ist fast überall arztzentriert.
Die Querschnittserhebung hat weitere Bedingungen aufgezeigt, die für patientenspezifische Beratung sprechen. Dazu gehören die oft komplexen Therapieregime, die verbreiteten Komorbiditäten oder die heterogenen Lebenssituation der Patienten. Ergebnisse der Studie sollen den häufigen Therapieabbrüchen und kritischen Ereignissen (20% pro Patient und Monat) in der Oraltherapie entgegenwirken.

Studienteil B:
Interventionsstudie

In der Kohortenstudie wird die Wirkung einer strukturierten Patientenberatung durch nichtärztliche Fachkräfte auf den Therapieverlauf evaluiert. Der Gruppenvergleich erfolgt auf Praxisebene: 19 Praxen bilden die Interventionsgruppe, 12 die Kontrollgruppe. Über verschiedene Endpunkte wurden die Patientenkompetenz und die Therapieadhärenz der Patienten als Erklärungsvariablen operationalsiert.

Patienten werden über einen Zeitraum von drei Monaten eingeschlossen und nach Einschluss insgesamt drei Monate zu fünf verschiedenen Messzeitpunkten beobachtet. Messgrößen sind hierbei:

•    das therapiespezifische Wissen der Patienten,
•    Selbstwirksamkeitsüberzeugungen,
•    krankheits- und therapiebedingte Beschwerden,
•    Lebensqualität und
•    Therapieadhärenz.

 

Zeitplan

4/2012 bis 2/2015

 

Finanzielle Unterstützung

Seit 01. April 2012 fördert das Bundesgesundheitsministerium auf Beschluss des Deutschen Bundestages das Projekt „Patientenkompetenz in der oralen Krebstherapie“.