Behandlungspfade von Krebspatienten

Eine Analyse der multidisziplinären und sektorenübergreifenden
onkologischen Versorgung

Hintergrund:

Durchgeführt wurde das Projekt in Kooperation mit der PMV forschungsgruppe der Universität zu Köln. Das Projekt wurde im Rahmen der Ausschreibung 2015 zur Förderung der Versorgungsforschung zum Thema „Analyse sektorenübergreifender Versorgungsprozesse mit maßgeblicher Beteiligung der vertragsärztlichen Versorgung und der Versorgung durch Krankenhäuser“ durchgeführt. Angeschnitten wurde zudem das Thema „Leistungsverlagerung und -substitution zwischen der ambulanten und der stationären Versorgung“. Die Daten für das Projekt wurden von der »AOK – Die Gesundheitskasse in Hessen« bereitgestellt.

Ziel:

Untersucht wurden Behandlungspfade (engl.: care trajectories) von Krebspatienten hinsichtlich ihrer Verteilung und Entwicklung in den Sektoren sowie der Qualität und Kontinuität der Versorgung. Dabei wurden Behandlungspfade weniger als speziell geplante Versorgungsverläufe betrachtet, sondern in erster Linie in Bezug auf die sich naturwüchsig ergebenden Patientenzuweisungen zu den verschiedenen Anlaufstellen im Versorgungssystem.
Im Fokus des Projekts standen zum einen die Analyse der Entwicklung und Verteilung von Versorgungsfällen und dem Versorgungsaufwand in den Sektoren, also die behandelte Inzidenz und Prävalenz, Verlagerungseffekte vom stationären in den ambulanten Sektor sowie die Verteilung der GKV-Aufwendungen bzgl. der Arzneimittelkosten. Zum anderen lag der Schwerpunkt auf der Identifizierung und Auswertung von Behandlungspfaden von Krebspatienten hinsichtlich der Qualität und Kontinuität, insbesondere die Verknüpfung der stationären und ambulanten Versorgungsanteile im individuellen Behandlungsverlauf, die Beteiligung ärztlicher Fachgruppen, die Versorgung am Lebensende unter Berücksichtigung der Palliativversorgung sowie der Einsatz onkologisch wirksamer Arzneimittel am Lebensende bei (hoch)betagten Patienten.

Methoden:

Die Analyse der Behandlungspfade von Krebspatienten erfolgte auf Basis der Routinedaten der AOK Hessen (Vollerhebung) der Jahre 2006 bis 2014. Die Daten umfassen Angaben von rund 1,4 Mio. Versicherten in 2014. Krebspatienten wurden über ICD-10-Codes identifiziert, wobei der Schwerpunkt auf Brust- (C50), Prostata- (C61) und Darmkrebs (C18-21) lag. Validiert wurden die Diagnosen über das Vorliegen mindestens einer stationären Entlassungsdiagnose oder zwei am-bulanter Diagnosen mit Modifikator G bzw. Z.

Förderung:

Das Projekt wurde vom Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung gefördert.